Kategorie-Archiv: Feminismus

„Wieso ich keine Feministin mehr sein will“

„Wieso ich keine Feministin mehr sein will“ beschreibt Lulu Wedekind in ihrem Bekenntnis für Frauenrechte und gegen den Hassfeminismus, der in den letzten Jahren unübersehbar aufbrandet. Sie beschreibt den frühen Feminismus der Gleichberechtigung von vor einem Jahrhundert, in wie sehr sie sich damit identifizieren konnte und kann.

Aber dann kam das Internet, und dann kam die Erkenntnis was Feminismus heute bedeutet:

ich wurde konfrontiert mit Frauen, die in ALLEM sexuelle Belästigung sehen. Vom Busfahrer, der am Morgen „Hallo“ sagt bis zu einem Mann in einer Bar, der es wagt, sie einfach anzusehen. Nicht starren, nicht fixieren, nicht mit den Augen ausziehen. Einfach kurz von der Seite angeguckt und – BÄMS – du bist ein verabscheuungswürdiges Objekt. Du hast als Mann deine Beine nicht zusammengeklappt, sondern sitzt breitbeinig da? Breitmachmacker! Du zweifelst die Geschichte an, die gegen Kachelmann verbreitet wurde? Du Victimblamer! Du bist ein Mann, der lebt und atmet? Du bist die Personifizierung des Monsters.

Und es geht weiter:

Ich stieß auf Blogs, die wilde Fantasien enthielten, wie man mit dem männlichen Geschlecht am besten verfahren sollte. Als Zuchtmaschinen und Sklaven. Gerade so nützlich für niedere Arbeiten, für die sich die feministischen Damen dann wohl doch zu fein oder schwach fühlen (obwohl sie ja alles allein könnten), und um den Fortbestand der Menschheit zu gewährleisten, denn ob das einer Feministin nun gefällt oder nicht: Auch um ein Mädchen zu zeugen, braucht es in der Regel nunmal auch einen Mann.

Ich freue mich über so viel Selbstreflexion. Wer als Mann oder Männerrechtler so etwas berichtet, von einem Feminismus der Männer und jede Form von Männlichkeit abschaffen, ausradieren, aus dem Weg schaffen will – der erntet ungläubiges Kopfschütteln. Vor Allem wenn man dann beschreibt, dass weite Teile des Feminismus solche bizarr-menschenverachtenden Ideologien „gegen jedweden Widersacher“ verteidigen.

Deshalb bin ich keine Feministin mehr. Ich will keinen Hass und keine Angst, ich will Gleichberechtigung und das kann mir der Feminismus in seiner jetzigen Form nicht bieten.

Einen ähnlichen Aha-Effekt hatte ich auch schon, und zwar vor geraumer Zeit. Der Feminismus der heutigen Zeit, der Hass-Feminismus, möchte sich nicht mit Männern gleichberechtigt auf einer Ebene begegnen. Es ist eine Unkultur, die ihr wackeliges Fundament auf Angst aufbaut.

Frauen – Hintern – Herd — Was sind reaktionäre Geschlechterbilder und wer vertritt sie?

Fast jeder kennt die “klassischen” reaktionären Geschlechterbilder, die die meisten Menschen zwar nicht selbst erlebt aber von denen sie dennoch gehört haben.
Frauen, so das gängige Narrativ über vergangene Frauenbilder, gehörten früher generell “hinter den Herd”. Männer hingegen hätten früher “Ernährer und Beschützer” zu sein. Und zwar nicht nur für “die Frau”, sondern auch auch für Kinder und Alte, sprich: Alle, die keine Männer in der Blüte ihrer Jahre waren.

Frauen - Hintern - Herd

Ob es diese “klassischen” Rollenbilder in der Form allgemeingültig gegeben hat sei einmal dahingestellt, fest steht: sowohl Männer als auch Frauen wurden in früheren Zeiten in feste Rollen gezwängt ohne Möglichkeit eine tatsächliche Wahl zu haben, oder besser gesagt: vor die Wahl gestellt zu werden. Denn ausbrechen ging sicher irgendwie immer, war dann wohl eine Frage des persönlichen Einsatzes.

Tatsächlich hatten die “klassischen” Geschlechterrollen eine ähnliche Anspruchshaltung an Männer und Frauen: Einen Partner des anderen Geschlechts suchen, heiraten, innerhalb von x Jahren Kinder kriegen.

Ein Rollen”korsett” quasi, das Menschen nur wenig Freiheiten lässt.
Dieses Korsett darf heute getrost als überwunden gelten. Denn: wesentliche gesellschaftliche oder gar politische Gruppen, die das klassische Geschlechterrollenbild von Männern und Frauen (für alle) fordern gibt es hierzulande nicht, nicht einmal bei der CSU.
(Widerspruch an der Stelle ist ausdrücklich erwünscht, ich bin gespannt)

“moderne” reaktionäre Geschlechterbilder

Reaktionäre Geschlechterbilder gibt es heutzutage immer noch, interessanterweise haben sich die Ansichten, wie Männer und Frauen angeblich sind oder gefälligst zu sein haben nur zu einem gewissen Teil überlebt. Pikanterweise haben sie sich in einigen Aspekten sogar im kompletten Gegenteil verfestigt.
Galten in früheren Zeiten Frauen als emotional unbeständig, sowohl physisch als auch psychisch “schwach”, Männer hingegen als sprichwörtlicher “Fels in der Brandung” gehen die Vorurteile über Männer und Frauen heute auf eine verschrobene Art und Weise in eine andere Richtung.
Männer werden (besonders gerne von Feministinnen) als emotional labile “Grobiane” und Triebtäter hingestellt, wohingegen auf der anderen Seite die Sprechart der “Powerfrau” aufrecht erhalten wird. Paradoxerweise brauchen gerade Frauen und Mädchen gemäß dem feministischen Narrativ expliziten “Schutz” in so genannten “safe spaces”. Vor wem? Vor Männern natürlich.
Aber gibt es nicht auch Männer die Schutz benötigen? Aber sicher, nur das passt nicht in das “neue Geschlechterbild” genau so wenig wie in das “klassische” Geschlechterbild.

Was ist passiert? Offenbar ist im Versuch, die reaktionären Geschlechterbilder aufzubrechen vor allem eines geschehen: alte reaktionäre Geschlechterbilder wurden durch neue reaktionäre Bilder von Mann und Frau ersetzt.
Und diese werden auch munter vertreten und gefördert, vor Allem auch in der politischen Öffentlichkeit.

Echte Wahlfreiheit welchen Weg sich ein Mensch für das Leben aussucht und welche Chancen dieser Mensch dabei hat gibt es heute immer noch nicht und wird noch immer extrem stark am Geschlecht festgemacht. Nur die Vorzeichen haben sich in einigen Bereichen geändert.

Reaktionär ist heute, wer behauptet Frauen müssten _unbedingt_ eine berufliche Karriere hinlegen vom feinsten hinlegen, und dürften sich _auf keinen Fall_ auf die Erziehung der eigenen Kinder konzentrieren.
Reaktionär ist, wer behauptet Männer seien weniger häufig Opfer von Gewalt als Frauen, und würden daher auch keine Schutzeinrichtungen benötigen.
Reaktionär ist, wer erzählt gewisse einvernehmliche sexuelle Praktiken seien frauenfeindlich und daher ethisch nicht vertretbar.

Was mich wieder zur Frage bringt: wer vertritt heute reaktionäre Geschlechterbilder, und vor Allem: wer vertritt sie nicht? Wenn ich Feministinnen und Maskulisten gegenüberhalte, wird mir sehr schnell klar: von Männerrechtlern höre ich keine ständigen Aufrufe, dass Frauen soundso zu sein hätten, und das Männer diese und jene Lebensentscheidungen _nicht_ treffen sollten.

Daher überrascht es mich auch nicht, dass die meisten Frauen den heutigen Feminismus meilenweit von sich fern halten wollen. Welche Frau will schon eine Ideologie mit derart krassen Vorurteilen über Männer und Frauen? Welche Frau will schon eine Ideologie, die Frauen so viele Vorschriften macht?
Da kann man ja auch gleich in die katholische Kirche gehen.

HU Berlin: Wenn der Penis dem Job im Wege steht

Es hätte alles so schön werden können für Matthias Aschenbrenner. Er hatte eine Professur an der Humboldt Universität Berlin in Aussicht, seine Frau erhielt ebenfalls einen Ruf auf eine Professorenstelle in der Hauptstadt. Endlich würde die Familie aus dem fernen Los Angeles nach Deutschland zurückkehren.

Doch dann kam alles ganz anders. Und zwar weil Matthias Aschenbrenner leider nicht im Besitz einer Vagina ist. Und so gibt es keinen Job für ihn, keinen Job für seine Frau, und keine Rückkehr nach Deutschland.

Denn: Als bei der Berufung der Professorenstelle klar wurde, dass Aschenbrenner der geeignetste Kandidat war, brach die Humboldt Universität die Stellensuche kurzerhand ab. Nach dem Motto: „Oh, ein hochqualifizierter Mann. Igitt. Lieber niemanden!“.

Selbstverständlich gilt dies in Deutschland nicht als Sexismus, und selbstverständlich wird es gegen dieses Vorgehen auch kein Gerichtsverfahren geben.

Das ist Feminismus.

[via Spiegel Online]

Radikalfeminismus: Wir müssen über Gewalt reden

Christian von Alles Evolution geht den Gewaltdrohungen der Twitterin Tofutastisch auf die Spur und entlarvt ihre Doppelmoral.

Ich bin mir sicher: Feministinnen wollen sich an solchen Sprüchen sicher nicht messen lassen.

“Macker gibt’s in jeder Stadt, bildet Banden, macht sie platt”

Aber über Gewalt muss einfach geredet werden.

Die Nützlichkeit des Feminismus

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Der Sinn und Zweck des Feminismus – so wie er in die Öffentlichkeit und in die Köpfe der Menschen transportiert werden soll – ist die Förderung von Frauenrechten.
Schlägt man ein Lexikon auf, so ist stets zu lesen, Ziel des Feminismus sei die Gleichberechtigung von Männer und Frauen.

Für die meisten Männerrechtler ist es eine Binsenweisheit, dass sich der Feminismus nur dann für Gleichberechtigung einsetzt, wenn sie die Rechte, Möglichkeiten und Chancen von Frauen fördert. Viele Feministinnen vertreten diese Position ganz offen. Und sie ist sicherlich auch ehrlicher als die der Feministinnen, die ihrem Feminismus das alleinseligmachende Heilsversprechen in Sachen Gleichberechtigung zusprechen, und „keine Götter neben sich“ dulden.

Feministinnen engagieren sich für Frauenrechte, Maskulisten engagieren sich für Männerrechte. Das gemeinsame Ziel: Mehr Gleichberechtigung für alle Menschen.

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