Die Nützlichkeit des Feminismus

feminism2

Der Sinn und Zweck des Feminismus – so wie er in die Öffentlichkeit und in die Köpfe der Menschen transportiert werden soll – ist die Förderung von Frauenrechten.
Schlägt man ein Lexikon auf, so ist stets zu lesen, Ziel des Feminismus sei die Gleichberechtigung von Männer und Frauen.

Für die meisten Männerrechtler ist es eine Binsenweisheit, dass sich der Feminismus nur dann für Gleichberechtigung einsetzt, wenn sie die Rechte, Möglichkeiten und Chancen von Frauen fördert. Viele Feministinnen vertreten diese Position ganz offen. Und sie ist sicherlich auch ehrlicher als die der Feministinnen, die ihrem Feminismus das alleinseligmachende Heilsversprechen in Sachen Gleichberechtigung zusprechen, und „keine Götter neben sich“ dulden.

Feministinnen engagieren sich für Frauenrechte, Maskulisten engagieren sich für Männerrechte. Das gemeinsame Ziel: Mehr Gleichberechtigung für alle Menschen.

Das Leben könnte so einfach sein, stände da nicht die Realität im Weg. Tatsächlich scheint sich das Gros der Feministinnen ganz gewaltig an Männerrechtlern zu stören. Warum? Was wird Frauen weggenommen, wenn Männer die gleichen Rechte, Chancen und Förderungen bekommen wie Frauen?

Feministinnen vs. Maskulisten – cui bono? Wem zum Vorteil?

Die Frage darauf ist umfangreich und wohl kaum auf einen Schlag abzuhandeln. Noch nie habe ich es erlebt, dass Tierrechtler sich einander so angefeindet hätten wie Menschenrechtler (Frauenrechtlerinnen und Männerrechtler) es in diesem speziellen Fall tun.

Wer kann sich eine Walschützerin und einen Delfinschützer vorstellen, die sich gegenseitig auf die unterirdischste Art und  Weise beharken, inklusive der Vorwürfe Delfine seien „privilegiert“, sie seien eine Art „Mafiabraut“ des Militärs, etc?

Das klingt genau so absurd wie es ist. Wie also kommt es, dass der moderate, männerrechtsbefürwortende Feminismus so schwach ist, der radikale, männerrechtsablehnende Feminismus hingegen so stark?

Eine der Antworten ist sicher das Prinzip „Teilen und Herrschen“. Wären Feminismus und Maskulismus Teil der selben gesellschaftlichen Bewegung – nämlich der zu  mehr Chancengleichheit und Gleichberechtigung – wäre die gemeinsame Bewegung sehr viel effektiver, schlagkräftiger und natürlich erfolgreicher. Man würde sich nicht mit Eitelkeiten aufhalten, und statt dessen die Botschaft transportieren auf die es ankommt.

Nun gibt es Feministinnen, die genau das wollen. Aber: sie sind leider in der Minderheit. Der größte Teil des Feminismus setzt interessanterweise auf eine spezielle Art von Exklusion, also dem bewussten Ausgrenzen von Frauen (bzw. Männern, je nach Sichtweise).

Diese Exklusion hat unwahrscheinlich viele Facetten, lässt sich aber auf einen Punkt  zusammenführen: Alles was  es gibt, muss es gesondert für Frauen nochmals geben. Egal ob es dabei um Sprache geht, um Schutz (vor Gewalt, Diskriminierung, etc.), um Förderung, ja sogar im Bereich Bildung wird Exklusion betrieben (Kurse exklusiv für Frauen). Und nicht zuletzt streben Feministinnen sogar Exklusion von Frauen und Männern im Bereich der politischen Mitbestimmung an.

Das, was Feministinnen gerne häufig als „Schutzräume“ bezeichnen ist genau das: Spalten statt versöhnen. Unnötig zu sagen, dass derart spalterisches Vorgehen nicht nur die ursprünglichen Ideale des Feminismus pervertiert, sondern auch zu immer größeren Gräben zwischen den Geschlechtern führt.

In früheren Zeiten galt es als „unschicklich“, wenn Männer und Frauen gemeinsam Sport trieben oder gemeinsam  die Badeanstalt besuchten. Im Zeitalter des Feminismus und dem Frauentag im Schwimmbad (Wann, bitte sehr, ist Männertag) möchte man fast meinen, dass Feministinnen diese Zeiten zurücksehnen, gegen die ihre Großelterngeneration so erbittert angekämpft haben.

Noch nie waren Geschlechterstereotypen so groß wie heute, und der aktuell in die Mode gekommene Feminismus werkelt fleißig daran mit.

Wem also nützt die Spaltung der Geschlechter? Sie nützt genau denen, die wirtschaftlich und machtpolitisch am meisten zu verlieren hätten, wenn Frauen- und Männerrechtler in Bezug auf Gleichberechtigung am selben Strang ziehen würden. Uneinigkeit in den Gruppen, die gesellschaftliche Veränderungen herbeiführen wollen nützt denjenigen, die gesellschaftliche Veränderungen verhindern wollen.

Und das ist die „Nützlichkeit“ des Feminismus.

 

Fragen? Kritik? Anregungen?
Bitte in den Kommentarbereich eintragen!

Ein Gedanke zu „Die Nützlichkeit des Feminismus“

  1. Ohne Worte:

    „… 27.11.2013 – Spiegel Online – Koalitionsvertrag:
    Keine Jungenförderung auf Kosten von Mädchen und Frauen
    Punkt 15. Gleichstellung, Gleichberechtigung, Generationen
    Im Koalitionsvertrag 2009 wollte man explizit Jungen fördern, jetzt heißt es:
    „Die Jungenarbeit soll nicht zu Lasten der Mädchenarbeit ausgebaut werden.“ Rollenstereotypen soll „entgegengewirkt“,
    Mädchen und junge Frauen mehr für technische Berufsfelder begeistert werden.
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/analyse-der-koalitionsvertrags-von-union-und-spd-a-935764.html
    An diesen Aussagen hat sich in all den Jahren nichts geändert.
    Mein weiß anscheinend um die Diskriminierung der Jungen, aber das nutzt nichts. ….“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*