Frauen – Hintern – Herd — Was sind reaktionäre Geschlechterbilder und wer vertritt sie?

Fast jeder kennt die “klassischen” reaktionären Geschlechterbilder, die die meisten Menschen zwar nicht selbst erlebt aber von denen sie dennoch gehört haben.
Frauen, so das gängige Narrativ über vergangene Frauenbilder, gehörten früher generell “hinter den Herd”. Männer hingegen hätten früher “Ernährer und Beschützer” zu sein. Und zwar nicht nur für “die Frau”, sondern auch auch für Kinder und Alte, sprich: Alle, die keine Männer in der Blüte ihrer Jahre waren.

Frauen - Hintern - Herd

Ob es diese “klassischen” Rollenbilder in der Form allgemeingültig gegeben hat sei einmal dahingestellt, fest steht: sowohl Männer als auch Frauen wurden in früheren Zeiten in feste Rollen gezwängt ohne Möglichkeit eine tatsächliche Wahl zu haben, oder besser gesagt: vor die Wahl gestellt zu werden. Denn ausbrechen ging sicher irgendwie immer, war dann wohl eine Frage des persönlichen Einsatzes.

Tatsächlich hatten die “klassischen” Geschlechterrollen eine ähnliche Anspruchshaltung an Männer und Frauen: Einen Partner des anderen Geschlechts suchen, heiraten, innerhalb von x Jahren Kinder kriegen.

Ein Rollen”korsett” quasi, das Menschen nur wenig Freiheiten lässt.
Dieses Korsett darf heute getrost als überwunden gelten. Denn: wesentliche gesellschaftliche oder gar politische Gruppen, die das klassische Geschlechterrollenbild von Männern und Frauen (für alle) fordern gibt es hierzulande nicht, nicht einmal bei der CSU.
(Widerspruch an der Stelle ist ausdrücklich erwünscht, ich bin gespannt)

“moderne” reaktionäre Geschlechterbilder

Reaktionäre Geschlechterbilder gibt es heutzutage immer noch, interessanterweise haben sich die Ansichten, wie Männer und Frauen angeblich sind oder gefälligst zu sein haben nur zu einem gewissen Teil überlebt. Pikanterweise haben sie sich in einigen Aspekten sogar im kompletten Gegenteil verfestigt.
Galten in früheren Zeiten Frauen als emotional unbeständig, sowohl physisch als auch psychisch “schwach”, Männer hingegen als sprichwörtlicher “Fels in der Brandung” gehen die Vorurteile über Männer und Frauen heute auf eine verschrobene Art und Weise in eine andere Richtung.
Männer werden (besonders gerne von Feministinnen) als emotional labile “Grobiane” und Triebtäter hingestellt, wohingegen auf der anderen Seite die Sprechart der “Powerfrau” aufrecht erhalten wird. Paradoxerweise brauchen gerade Frauen und Mädchen gemäß dem feministischen Narrativ expliziten “Schutz” in so genannten “safe spaces”. Vor wem? Vor Männern natürlich.
Aber gibt es nicht auch Männer die Schutz benötigen? Aber sicher, nur das passt nicht in das “neue Geschlechterbild” genau so wenig wie in das “klassische” Geschlechterbild.

Was ist passiert? Offenbar ist im Versuch, die reaktionären Geschlechterbilder aufzubrechen vor allem eines geschehen: alte reaktionäre Geschlechterbilder wurden durch neue reaktionäre Bilder von Mann und Frau ersetzt.
Und diese werden auch munter vertreten und gefördert, vor Allem auch in der politischen Öffentlichkeit.

Echte Wahlfreiheit welchen Weg sich ein Mensch für das Leben aussucht und welche Chancen dieser Mensch dabei hat gibt es heute immer noch nicht und wird noch immer extrem stark am Geschlecht festgemacht. Nur die Vorzeichen haben sich in einigen Bereichen geändert.

Reaktionär ist heute, wer behauptet Frauen müssten _unbedingt_ eine berufliche Karriere hinlegen vom feinsten hinlegen, und dürften sich _auf keinen Fall_ auf die Erziehung der eigenen Kinder konzentrieren.
Reaktionär ist, wer behauptet Männer seien weniger häufig Opfer von Gewalt als Frauen, und würden daher auch keine Schutzeinrichtungen benötigen.
Reaktionär ist, wer erzählt gewisse einvernehmliche sexuelle Praktiken seien frauenfeindlich und daher ethisch nicht vertretbar.

Was mich wieder zur Frage bringt: wer vertritt heute reaktionäre Geschlechterbilder, und vor Allem: wer vertritt sie nicht? Wenn ich Feministinnen und Maskulisten gegenüberhalte, wird mir sehr schnell klar: von Männerrechtlern höre ich keine ständigen Aufrufe, dass Frauen soundso zu sein hätten, und das Männer diese und jene Lebensentscheidungen _nicht_ treffen sollten.

Daher überrascht es mich auch nicht, dass die meisten Frauen den heutigen Feminismus meilenweit von sich fern halten wollen. Welche Frau will schon eine Ideologie mit derart krassen Vorurteilen über Männer und Frauen? Welche Frau will schon eine Ideologie, die Frauen so viele Vorschriften macht?
Da kann man ja auch gleich in die katholische Kirche gehen.

3 Gedanken zu „Frauen – Hintern – Herd — Was sind reaktionäre Geschlechterbilder und wer vertritt sie?“

  1. Women now have choices. They can be married, not married, have a job, not have a job, be married with children, unmarried with children. Men have the same choice we’ve always had: work, or prison. – Tim Allen

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