Impressionen vom 06.12.2015: Nichtburka-Zwang | #Alltagssexismus | #JessicaJones

1) Die CSU will Komplettverschleierung irgendwie verboten bekommen. Das ist natürlich eine reine populistische Witzveranstaltung, weil es gegen des Grundgesetz verstößt:

Jeder Mensch habe das Recht, sich so anzuziehen, wie er möchte und seine Religion frei auszuüben, das sagt auch Staatsrechtler Christian Jasper. Damit sprächen schon einmal zwei Grundrechte – das Recht auf Religionsfreiheit und das Persönlichkeitsrecht – gegen ein Burka-Verbot.

Nicht, dass die CSU (oder Schwestern im Geiste wie Alice Schwarzer) sich je großartig um das Grundgesetz gekümmert hätten.
Freiheit ist eben immer auch die Freiheit selbst zu entscheiden welche Körperteile man unbekleidet der Öffentlichkeit zeigen will und welche nicht.
Meine Theorie ist, dass man auch bei der CSU weiß, dass so etwas nie durchzusetzen ist. Man will ein „Zeichen setzen“, auch wenn die Partei sich dabei verfassungsfeindlich gibt.

Und nein: Man muss nicht dem Islamismus das Wort reden um gegen derartige Vermummungsverbote zu sein. Denn abhängig davon wie so ein Gesetz endet dürfte es dann auch verboten sein, zum Beispiel mit einer Guy Fawkes Maske herumzulaufen.
Keine gute Idee.

2) Ein schwules Elternpaar in der Schweiz will vor dem EuGH auf Anerkennung der Vaterschaft des nicht genetisch verwandten Elternteils klagen. Das dürfte noch spannend werden.

3) Der Sexismusbeauftragte nennt einige Fälle von #Alltagssexismus gegen Männer. Einfach mal im Hinterkopf behalten wenn das nächste Mal davon gesprochen wird „Aber Frauen haben es ja im Alltag so viel schwerer als Männer!“

Kostprobe:

Die Ortsamtsmitarbeiterin, die bei der Ummeldung meines Sohnes von mir erwartet, dass ich Ausweis und Unterschrift der Mutter vorlege, während meine Ex-Frau unsere Tochter lustig ummelden kann, ohne, dass mich jemand fragt.
(…)
Die Frau, die dem Vater, der alleine den Kinderwagen durch die Gegend schiebt sagt:
„Da ist ihre Frau ja ganz schön mutig.“

4) Lucas Schoppe vertieft noch einmal den angeblichen Konflikt zwischen „Offlinern“ und „Onlinern“ in der Männerszene.

Für mich bleibt das absolut unverständlich, dass es da überhaupt eine Art von Konflikt gibt.

5) „Frauen gehören auf den Bildschirm“ titelt die ZEIT vergangene Woche über die neue Marvel-Serie „Jessica Jones“. Dabei kritisiert Autor Felix Stephan vor Allem, dass die Serie als feministischer Meilenstein hochgejubelt wird.

Eine Episode endet vollkommen unironisch mit einer Großaufnahme der weinenden Jessica, eigentlich eine klassische Lindenstraße-Technik. Wenn man die Geschichte in einem Krankenhaus in Sao Paulo ansiedeln würde, mit dem Bösewicht Kilgrave als Oberarzt und Jessica Jones als Stationsleiterin, wäre die Serie im brasilianischen Nachmittagsfernsehen genauso gut aufgehoben.

Ganz so gnadenlos würde ich jetzt mit der Serie nicht umgehen. Was mich hingegen stark nervt ist dieses „Frauen=Opfer, Männer=Täter“-Ding, das auch bei Jessica Jones wieder kultiviert wird.

6) Wenn „Gender-Studies“ Kinder bekommen…

Okay, ich musste schon schmunzeln an der einen oder anderen Stelle.

7) Zum Ende noch ein Pic:

8) Ahoi Polloi hat noch was tolles zum Thema „Warum gibt es so wenige männliche Erzieher?“  ?

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