Offener Brief an Jürgen Kuri und c’t/Heise Verlag wegen Vermengung von Maskulisten und Rassisten

Als ich vor einiger Zeit auf heise online den Kommentar von Jürgen Kuri zum Thema Meinungsfreiheit und Hatespeech gelesen habe, konnte ich wieder einmal nur mit dem Kopf schütteln. Wie so oft bei dem Thema.

Ich kenne Artikel und Stellungnahmen von Jürgen Kuri schon seit bald zwei Jahrzehnten, und schätze ihn als besonnenen und klugen Journalisten ein. Aber sogar die Besten sind wohl nicht vor Fehlschüssen gefeit. Daran musste ich denken als ich das hier las:

Es sind die PegidistInnen und die Maskulinisten, die Identitären, Reichsdeutschen und Antifeministen, die „Das wird man doch noch mal sagen dürfen“-BürgerInnen und die Verschwörungstheoretiker, die mit Rassismus, Menschenverachtung, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit, Sexismus eine krude Hassblase erzeugen und im Endeffekt alle aus derselben Höhle gekrochen scheinen. Menschen in einer Stimmungs- und Meinungslage, die nur wenig verhohlen oder ganz offen geäußert ein reaktionäres Menschenbild predigen, alles was dem nicht entspricht mit Hass verfolgen und damit die Foren fluten.

Diese bizarre Vermengung vom Bemühen um Menschenrechte für Männer auf der einen und Rassismus auf der anderen Seite ist inzwischen bei vielen Journalisten unhinterfragt in ihrem Narrativ angekommen.

Im dazugehörigen Heise-Forum gab es eine Menge kluger Kommentare, die darauf auch Bezug nahmen, unter Anderem dieser hier:
„Wo hat der Feminismus eigentlich seine Immunität gekauft?“

Offenbar sehe nicht nur ich diesen Kommentar von Jürgen Kuri als Fehltritt an, sondern es gibt auch noch andere, bei Genderama gibt es als Gastbeitrag jemanden, der einen offenen Brieg an die c’t Redaktion veröffentlicht hat. 

Zuschriften dieser Art beginnen wohl traditionell mit einer Selbstoffenbarung. Ich will in diesem Fall einmal nicht darauf abheben, wie lange ich bereits c’t lese (26 Jahre), sondern auf eine mir angeborene Eigenschaft, deren aktuell politisch korrekte Bezeichnung mir leider momentan entfallen ist: Einer meiner Elternteile stammt nicht aus Deutschland, nicht einmal aus Europa, Nordamerika oder Ozeanien.

Wenig später „outet“ er sich dann als Maskulist. Wirklich sauer kann ich Jürgen Kuri nicht sein, er ist einfach auf geschickt konstruiertes Zerrbild über Männerrechtler reingefallen. So wie übrigens schon viele vor ihm, er ist also in bester Gesellschaft. Einen Unterschied sehe ich aber schon: ihm traue ich zu Fakten zu überprüfen und seine Position zu überdenken.

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