Star Wars – Das Erwachen der Macht: Ist Rey eine „Quotenfrau“?

Warnung: der Artikel enthält möglicherweise milde Spoiler

Normalerweise bin ich nicht der Typ, der in Kinofilmen nach großer Bedeutung sucht, oder sie daraufhin abklopft wer warum wie besetzt worden ist und was eine bestimmte Figur über unsere Gesellschaft aussagt.

Es gibt Ausnahmen, zum Beispiel bei „Kill the Boss“, wo eine weibliche Chefin sexuell übergriffig gegen ihren bereits vergebenen Angestellten wird, und man das gefälligst komisch finden soll.

Die Figur von „Rey“ in Star Wars – das Erwachen der Macht kam mir auch nicht ungewöhnlich vor. Mann oder Frau, das war mir egal.
Fefe hat in seiner Filmkritik (Spoiler) diesen Punkt aber mal beleuchtet und kommt zu interessanten Schlussfolgerungen:

Oh und eine Sache hat mich noch geärgert an dem Film. Die weibliche Hauptrolle. Die Schauspielerin konnte das und war gut, die Rolle war auch (im Vergleich zu den anderen) vergleichsweise gut geschrieben. Aber weil die ganzen anderen Aspekte in dem Film alle so zusammenkopiert und fokusgruppenoptimiert rüberkamen, ärgerte ich mich darüber, dass ich denen jetzt nicht mehr glauben konnte, dass sie das aus noblen Gründen so gemacht haben. Das wirkt auf mich einfach nicht so, als sei das heute halt normal, dass wir weibliche Helden haben (ansonsten ist das nämlich gähnende Leere in dem Film; es gibt da noch Leia, inzwischen Generälin, mit gefühlt einer Minute Screen Time über den Film verteilt, und eine Stormtrooper-Kommandantin, deren Gesicht man die ganze Zeit nicht sieht, weil sie einen Helm aufhat, und die auch nicht viel häufiger als Leia zu sehen ist). Die Heldin ist weiblich, weil man den Twitter-Scheißewerfern vorgreifen wollte. Damit ist das als Geste für mich entwertet. Und die Geste hätten wir echt mal brauchen können. Vor allem auch, weil die Rolle erfreulich wenig sexualisiert war (verglichen mit, sagen wir, Wonderwoman aus dem Trailer von Batman vs Superman). Einfach nur eine Frau, die ordentlich Arsch trat. Hätte so schön sein können.

Ist Rey also nur gewissermaßen eine zielgruppenorientierte Quotenfrau und nichts weiter? Also eine Figur die es nur deswegen gibt, damit ein großer Teil der empörungsbedürftigen Twitteria den Mund hält? Leider ist dieser Verdacht nicht ganz von der Hand zu weisen. Starke Frauenrollen nicht um ihrer selbst willen und weil es cool ist, sondern als – Entschuldigung – „Zielgruppenhure“?

Das ist das Problem wenn man es mit Menschen zu tun hat die peinlich genau auf Geschlecht, Hautfarbe, sexuelle Orientierung und was weiß ich noch was achten und dementsprechend Forderungen an einen Film mitbringen. Man weiß am Ende nie warum eine Figur so ausgefallen ist wie sie ausgefallen ist.

General Leia Organa machte auf mich eher den Eindruck einer „besorgten Muddi“ die daheim bleibt, während so ziemlich alle anderen unterwegs sind.

Bei den X-Wing Piloten sind mir keine Frauen aufgefallen, und die Bösen waren selbstverständlich alles Männer. In der Hinsicht also alles beim Alten.

Auch das konnte man im Star Wars Universum schon besser, zum Beispiel bei Knights of the Old Republic.

2 Gedanken zu „Star Wars – Das Erwachen der Macht: Ist Rey eine „Quotenfrau“?“

    1. Naja, Captain Phasma war eher eine weibliche Stimme, die man drei Mal gehört hat. Und Den Helm hat sie nie abgenommen. Meiner Erinnerung nach war sie für die Story unerheblich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*